Eine Ziege ist der beste Weg aus der Armut

Delfina Bernado in Mosambik hat von Oxfam Ziegen zur Existenzsicherung bekommen. © Abbie Trayler-Smith/ Oxfam Australia
Ziegen als Existenzsicherung: Delfina Bernado lebt mit ihrer Familie in Mosambik und hat von Oxfam Tiere erhalten. © Abbie Trayler-Smith/ Oxfam Australia

Was bringt Entwicklungszusammenarbeit? Und vor allem: Hilft es wirklich, wenn ich eine Ziege verschenke? Das sind Fragen, die Du Dir vielleicht schon gestellt hast. Genauso ging es dem Forscherteam um die Ökonomen Abhijit Banerjee und Esther Duflo. Banerjee und Duflo haben vor zwölf Jahren das "Poverty Action Lab" an der renommierten Elite-Universität in Cambridge MIT in den USA gegründet, das Methoden der Armutsbekämpfung und Entwicklungszusammenarbeit empirisch überprüft. Das Ergebnis ihrer aktuellen Studie ist: JA.

Ziegen machen den Unterschied, das kann nun wissenschaftlich belegt werden. Um das zu beweisen, nutzen die Ökonomen einen Trick aus der Medizin. Für die Studie haben die Forscher zwischen 2007 und 2014 insgesamt 21.000 Menschen aus sechs Ländern einbezogen. Die einen erhielten zur langfristigen Sicherung ihres Lebensunterhaltes einige Tiere.

Eudosia Asto Torres füttert ihre Meerschweinchen. Die Peruanerin lebt von der Aufzucht von HÜhnern, Schweinen, Schafen und Meerschweinchen. © Percy Ramírez/Intermón Oxfam
Eudosia Asto Torres füttert ihre Meerschweinchen. Die Peruanerin lebt von der Aufzucht von HÜhnern, Schweinen, Schafen und Meerschweinchen. © Percy Ramírez/Intermón Oxfam

In Äthiopien und Ghana, Indien und Pakistan entschieden sich die meisten Menschen für Ziegen. Peruaner/innen wählten mehrheitlich Meerschweinchen und die Teilnehmer/innen in Honduras überwiegend Hühner.

Die meisten entscheiden sich für Ziegen

Lokale Hilfsorganisationen haben die Tiere an die Familien verteilt. Neben den Tieren bekamen die Testfamilien zu Beginn etwas Bargeld oder Lebensmittel. Außerdem erhielten die Menschen möglichst jede Woche für zwei Jahre Besuch von Mitarbeiter/innen der Hilfsorganisation, der ihnen Tipps im Umgang mit den Tieren gaben. Die Menschen in der Kontrollgruppe, haben keine Tiere und ökonomische Unterstützung erhalten. Ob das moralisch in Ordnung ist, könnte man diskutieren.

Nach zwei Jahren hat sich das Leben der Menschen, die Tiere erhalten haben messbar verbessert. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten sie mehr zu Essen, mussten seltener auf Mahlzeiten verzichten, waren finanziell besser abgesichert, fühlten sich besser und waren gesünder. Der Effekt war klein, aber fast immer statistisch signifikant. Nicht jeder Familie in der Versuchsgruppe ging es nach dem Programm besser als jeder Familie in der Kontrollgruppe, aber im Durchschnitt hat die Unterstützung gewirkt.

In diesen Ländern wurde die Studie durchgeführt

Die Menschen sind glücklicher

Auch drei Jahre nach dem Start der Studie besuchten die Forscher die teilnehmenden Familien noch einmal. Dabei stellten sie fest, dass auch ohne regelmäßige Beratung die Hilfe zur Selbsthilfe funktionierte. Die Familien hatten im Durchschnitt etwas weniger Geld zur Seite gelegt und mehr Tiere verkauft, aber im Vergleich zur Kontrollgruppe war ihr Lebensstandard deutlich höher. "Drei Jahre nach der Intervention war der Hunger zurückgegangen, der Verbrauch gestiegen, das Einkommen gestiegen und die Leute waren auch glücklicher." sagte Abhijit Banerjee im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Und was bedeutet das für uns? Verschenkt mehr Ziegen! Ziegen, Schweine und Gackernde Hühner können den Unterschied machen und Menschen, in armen Ländern eine Möglichkeit geben, sich selbst einen Weg aus der Armut zu bahnen und eine eigene Existenz aufzubauen.

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