Hier sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht

Gudile Nasine ist Frauenbeauftragte bei Oxfams Partnerorganisation UGEAFI © Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland
Gudile Nasine ist Frauenbeauftragte bei Oxfams Partnerorganisation UGEAFI © Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland

Gute Luft, kühler Schatten, Früchte und Holz: Überall auf der Welt sind Bäume ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität. In der Demokratischen Republik Kongo wurden zahlreiche Wälder abgeholzt, um während kriegerischer Konflikte Verstecke für Kämpfer zu zerstören und um die Bäume als Brennholz zu verfeuern.  Auf den schwer zugänglichen Hochplateaus von Minembwe und Itombwe in der Provinz Süd-Kivu sind die Folgen nun zu spüren.

Frauen und Mädchen müssen lange, beschwerliche Wege zurücklegen, um an Feuerholz zu gelangen – die einzige Energiequelle auf dem kühlen Hochplateau. Für einen Schulbesuch oder Bewirtschaftung von Feldern bleibt immer weniger Zeit. 

Seit einigen Jahren unterstützt Oxfam die Partnerorganisation UGEAFI dabei, die Wiederaufforstung zielgerichtet anzugehen. UGEAFI ist seit 20 Jahren in dem Projektgebiet tätig und hilft der Bevölkerung, Saatgut auszubringen, Setzlinge zu pflanzen und in Zukunft unabhängig weiterarbeiten zu können. Die Erfolge können sich sehen lassen. Über 900.000 Bäume konnten bereits gepflanzt werden.

Bäume schützen die Ernte

Der landwirtschaftliche Projektmitarbeiter Ilelo A-umba Leli begutachtet die Baumsetzlinge. © Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland

Ilelo A-umba Leli berät Bäuerinnen und Bauern zu landwirtschaftlichen Anbautechniken von Gemüse und einheimischen Baumarten, wie beispielsweise dem "Umugeti" (Kossobaum). Die Blätter des Baumes können als Viehfutter verwendet werden und ergeben kompostiert wertvollen Humus. Die diversen Baumarten ziehen auch unterschiedliche Arten von Insekten, Vögeln, anderen Tieren und Pflanzen an, die ihrerseits wichtige Rollen dem Ökosystem spielen und die Biodiversität erhöhen.

„Gut geschützt müssen die Baumsetzlinge sein, damit sie keinen Schaden nehmen“, sagt Ilelo. Bald schon werden die Setzlinge zu stattlichen Bäumen heranwachsen, die auch bei starken Regenfällen genug fruchtbaren Boden auf den Feldern halten, um gute Ernten sicherzustellen.

Obstbäume verbessern die Ernährung

Adeline Nagikundiro ist froh, dass in dieser Gegend endlich Obstbäume wachsen. © Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland

Adeline Nagikundiro trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, die Ernährung der Menschen mit vitaminreichem Obst zu verbessern. Sie erklärt: „Vorher gab es hier keine Obstbäume. Deshalb haben wir im Nachbarland Burundi diese Obstbaumsetzlinge besorgt, die dort gut in dieser Höhenlage wachsen, und hier angepflanzt. Sie sind gut gewachsen und blühen jetzt. Einige Früchte werden wir trocknen und daraus Samen gewinnen und zum Keimen bringen. Ich bin sicher, dass die Menschen die Früchte mögen. Auf einem weiteren Demonstrationsfeld haben wir bereits geerntet und die Früchte haben den Leuten geschmeckt.“

Adeline arbeitet als landwirtschaftliche Beraterin im Projekt. Vor vier Jahren hat sie ihren Abschluss in Agronomie an der Berufsfachschule Isoko in Minembwe gemacht. Nun ist sie zuständig für das Demonstrationsfeld, auf dem sie einheimische Bäume vervielfältigt und der Bevölkerung gerne zeigt, wie sie selbst diese Bäume ziehen können.

Brennholzgewinnung

Die Wälder in der D.R. Kongo schrumpfen auch rapide,  da viel Brennholz benötigt wird. Auf den Hochplateaus ist Holz die einzige Energiequelle. Deshalb unterstützen Oxfam und UGEAFI nicht nur die Wiederaufforstung, sondern helfen auch, den Holzverbrauch zu senken – durch den Bau von Energiespar-Herden. Diese gemauerten Herde verbrauchen im Vergleich zu offenen Feuerstellen weniger als ein Drittel des Holzes und schützen so auch die Umwelt. Die Holzsuche findet für die 60-jährige Domithile Nyamanyana und ihre Enkeltöchter jetzt nur noch zweimal die Woche statt. Die Mädchen haben dadurch mehr Zeit für die Schule und Domithile kann sich auch einmal ausruhen. Domithile ist sich sicher: „Alle Frauen sollen Energiespar-Herde haben!“.

Für Domithile und ihre Familie ist der eigene Energiespar-Herd eine große Entlastung. © Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland

Geschenke, die Gutes tun

Du möchtest Projekte wie dieses unterstützen? Dann geh auf www.OxfamUnverpackt.de und verschenke Geschenke, die Gutes tun. Wähle zum Beispiel 10 junge Bäume oder einen Energiespar-Herd und hilf Menschen wie Adeline dabei, sich eine gesicherte Zukunft aufzubauen. 

Jetzt spenden und Oxfams Arbeit unterstützen
Diesen Artikel auf Facebook teilen
Alle Geschenke

(Alle Fotos: Reinhild Schumacher/ Oxfam Deutschland)

Kommentare

Kommentar schreiben

Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.