Geburtshelferin verzweifelt gesucht

Tasleem Baigum (rechts) erzählt ihre Geschichte. © Saibaan
Tasleem Baigum (rechts) erzählt ihre Geschichte. © Saibaan

In welche Welt ein Baby geboren wird, kann über Leben und Tod entscheiden. Damit Mutter und Kind die Geburt sicher überstehen, braucht die Welt viel mehr Hebammen und gute Gesundheitsfürsorge für jede Schwangere. In Pakistan bilden Oxfams Partner Geburtshelferinnen aus und verbessern die hygienischen Bedingungen in den Dörfern.

„Als ich aufwachte und neben mir im Bett mein Baby lag, war ich unbeschreiblich glücklich“, sagt Tasleem Baigum. Die 28-Jährige und ihr Neugeborenes haben großes Glück gehabt. Gerade noch rechtzeitig hatte ihr Mann seine hochschwangere Frau ins Krankenhaus in Shinkiari (Pakistan) gebracht. Sieben Stunden vorher hatte Tasleem in ihrem Heimatdorf das Bewusstsein verloren. Es war mitten in der Nacht, als die Wehen einsetzten – doch das Baby wollte nicht kommen. „Ich lag hilflos da – nur meine Nachbarinnen waren bei mir und wussten nicht, was sie tun sollten“, erzählt Tasleem. „Sie sagten mir aufmunternde Worte – doch mir war klar, dass mein Baby und ich in großer Gefahr sind.“

Auf selbstgebastelter Trage ins Krankenhaus

Tasleems Ehemann suchte derweil verzweifelt nach einer Geburtshelferin – vergeblich. Schließlich trug er seine bewusstlose Frau mit Hilfe von Nachbarn auf einer selbstgebastelten Trage ins Krankenhaus.

Oxfams Partner in PakistanBehelfsmäßige Tragen sind oft die einzige Möglichkeit für Krankentransporte. © Nicole Schenda / Oxfam Deutschland

Tasleem und ihr Baby haben überlebt. Für viele Schwangere in Pakistan geht es bei der Geburt immer noch um Leben und Tod. Die meisten Kinder werden zu Hause geboren – begleitet von Verwandten oder ungelernten Helferinnen. Entsprechend hoch sind die Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten. Besonders in den abgelegenen Bergdörfern im Distrikt Mansehra im Norden Pakistans. Hier leben die Menschen vorwiegend in bergigem, schwer zugänglichem Gelände. Harsche Wetterbedingungen und fehlende Zugangsstraßen erschweren Krankentransporte oder machen sie unmöglich.

Oxfams Partner in Pakistan

Geburtshelferinnen ausbilden, Gesundheit verbessern

Oxfams Partnerorganisation Saibaan bildet deshalb Geburtshelferinnen aus: Sie lernen, Risikoschwangerschaften zu erkennen und können die Frauen rechtzeitig an Gesundheitszentren überweisen. Saibaan verbessert auch die hygienischen Bedingungen in den Dörfern, wo es oft weder sauberes Wasser noch Toiletten gibt. Dies verringert die Gefahr von Infektionen bei Hausgeburten.

Infotafeln klären auf, wie Mutter und Kind gesund bleiben.Foto links: Tafel zur Gesundheitsaufklärung.

Außerdem baut Saibaan die Zufahrtswege zu abgelegenen Dörfern aus – so kann im Notfall schneller Hilfe kommen. Für Tasleem war die schwierige Geburt ihres Kindes ein Schlüsselerlebnis. Sie hat sich in dem von Oxfam und dem deutschen Entwicklungsministerium (BMZ) geförderten Projekt von Saibaan zur Geburtshelferin ausbilden lassen: „Ich will Frauen, die in eine so lebensgefährliche Situation kommen wie ich damals, helfen können. Nicht mit aufmunternden Worten, sondern mit praktischen Fähigkeiten.“

OxfamUnverpackt Grußkarte "Eine sichere Geburt" mit Kühlschrankmagnet Mit dem Geschenk „Eine sichere Geburt“ werden dieses und ähnliche Projekte im Bereich Gesundheitsfürsorge unterstützt: Projekte und Kampagnen, die beraten, vorbeugen und Menschen eine Zukunft geben. Gerade zum Muttertag eine ideale Geschenkidee, um der eigenen Mama zu sagen: “Du bist schnabelhaft!”  

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