Im Turbogang zum ABC

Cristelle Hébe im Klassenraum © Oxfam Deutschland/ Stefanie Beck
Cristelle (14) im Klassenraum auf einem Markt in Cotonou © Oxfam Deutschland/ Stefanie Beck

In Benin in Westafrika gehen weniger als die Hälfte der Kinder zur Schule. Eine von ihnen ist die 14-jährige Cristelle Hébe. Als sie sechs Jahre alt ist, wird sie zwar in die staatliche Grundschule von Gbégamey eingeschult. Doch schon nach knapp zwei Jahren kann sich die Großmutter, bei der Cristelle lebt, die Ausgaben für Schulmaterialien nicht mehr leisten und nimmt das Mädchen wieder von der Schule.

Die Großmutter ist Verkäuferin auf dem Markt, dort arbeitet auch Cristelle und hilft ihr an ihrem Verkaufsstand. So geht es 70 Prozent aller Mädchen im Alter zwischen fünf und 14 Jahren: sie müssen arbeiten, anstatt Lesen und Schreiben zu lernen.

Schülerinnen im Unterricht von ASSOVIE © Oxfam Deutschland/ Stefanie Beck

Viele Eltern in Benin schicken ihre Töchter in der Hoffnung auf bessere Ausbildungschancen zu Verwandten oder fremden Familien in die Großstädte. Doch anstatt die ersehnte Ausbildung zu erhalten, müssen die Mädchen im Haushalt arbeiten und auf den Märkten ihren Unterhalt verdienen. In Benin nennt man sie „Vidomègon“, auf Deutsch „weggegebene Kinder“.

Auf den Märkten errichtet Oxfams Partnerorganisation ASSOVIE einfache Holzhäuschen. Hier findet Unterricht statt, in dem die Mädchen binnen die Grundlagen von Lesen, Schreiben und Rechnen erlernen können. 

Ein Unterrichtsraum auf einem Markt in Cotonou © Oxfam Deutschland/ Stefanie Beck

ASSOVIE wirbt durch breit angelegte Informationsveranstaltungen auf den Märkten für das Unterrichtsangebot. Gleichzeitig klären die Mitarbeiterinnen über Kinderrechte auf und versuchen, ein anderes Bewusstsein innerhalb der Gastfamilien, bei den Händlerinnen aber auch bei einflussreichen Persönlichkeiten in den Gemeinden und Städten zu schaffen.

Für Cristelle ist der Schulunterricht auf dem Markt die zweite Chance. Sie besucht eine Klasse mit Intensivunterricht (Cours accéléré). Weil die Kinder dort älter sind und in der Regel disziplinierter lernen und schneller verstehen, kann der Unterrichtstoff in der Hälfte der Zeit durchgenommen werden. Am Ende absolvieren sie einen offiziellen Test, der von UNICEF durchgeführt wird.

Darüber, was Cristelle nach der Schulausbildung macht, besteht noch Gesprächsbedarf: „Meine Großmutter möchte, dass ich Schneiderin werde. Ich selbst will aber lieber Friseurin lernen“, sagt die junge Frau.

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